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Sind sie das Volk? Pegida – die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes

6.1.2015

Es waren nur ein paar Hundert Menschen, die Ende Oktober zum ersten Mal zu einem Spaziergang "Patriotischer Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Dresden zusammenkamen. Innerhalb weniger Wochen wuchs Pegida hier zu einer Massenbewegung. Was genau in Dresden passiert und was Pegida ausmacht, analysiert Volker Weiß.

Teilnehmer einer Kundgebung der Anti-Islam-Bewegung Pegida halten am 12.01.2015 während der Kundgebung in Dresden (Sachsen) Plakate und Fahnen in den Händen.
Teilnehmer einer Kundgebung der Anti-Islam-Bewegung Pegida halten am 12.01.2015 während der Kundgebung in Dresden (Sachsen) Plakate und Fahnen in den Händen. (© picture-alliance/dpa)


Zur Überraschung von Öffentlichkeit und Politik zogen Ende des Jahres 2014 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden die Montagsdemonstrationen der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) große Aufmerksamkeit auf sich. Die Umzüge sollten den Unmut "gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden" zum Ausdruck bringen.[1] Als unmittelbaren Anlass nannte der Organisator Lutz Bachmann gegenüber der neu-rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" "Massenschlägereien zwischen Moslems und Jesiden in Hamburg und Celle und eine Pro-PKK-Aktion hier in Dresden".[2]
Ihrer Selbstdarstellung zufolge agiert die Bewegung unabhängig, organisiert von einem privaten Kreis.[3] Nach dem ersten Umzug am 20. Oktober 2014 wuchs Pegida schnell an und wurde bald außerhalb Dresdens wahrgenommen.[4] Es bildeten sich nicht nur regionale Ableger wie Legida (Leipzig), auch in Westdeutschland traten ähnliche Gruppen auf: Dügida (Düsseldorf), Bogida (Bonn), Pegida Frankfurt Rhein-Main oder Mügida (München) und Bagida (Bayern). Während sich in den westdeutschen Städten allerdings jeweils nur bis zu wenige hundert Menschen zu Veranstaltungen der Pegida-Ableger versammelten, demonstrierten kurz vor Weihnachten am 22. Dezember 2014 schon 17.500 Menschen in der sächsischen Hauptstadt Dresden. Die Zahl der Gegendemonstranten hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Zenit überschritten: vorläufiger Höhepunkt waren 9.000 Pegida-Gegner, die am 8. Dezember 2014 in Dresden zusammenkamen.[5]  Außerhalb Dresdens stellten sich dagegen mehr Menschen den Versuchen entgegen, Pegida bundesweit zu verankern.[6] Dies spricht dafür, Pegida als "ein ostdeutsches Phänomen" zu betrachten.[7]

La suite : ici

1.Inschrift auf dem Fronttransparent der Veranstalter.2."Wir haben einen Nerv getroffen". Gespräch mit Lutz Bachmann in der "Jungen Freiheit" Nr. 51 v. 12. Dezember 2014, S. 3.3.In Bachmanns Worten: "Zwölf Personen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Religionen." JF-TV Dokumentation über Pegida in Dresden am 8.12.2014, URL: http://www.youtube.com/watch?v=FWp_io6aKoI , ab Min. 8:42. Abrufdatum 5.1.2015.4.Stefan Locke, Die neue Wut aus dem Osten. FAZ online v. 7.12.2014, URL: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/pegida-bewegung-gegen-islamisierung-des-abendlandes-13306852.html.5.Nachdem die ersten beiden Umzüge am 20. und am 27. Oktober in einem überschaubaren Rahmen blieben, wurden bereits am 3. November 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet. (Medieninformation der Polizei Dresden v. 3.11.2014, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDD/20141103X389.pdf.
Am darauffolgenden Montag, dem 9. November, waren 1.700 Menschen auf der Straße (Medieninformation der Polizei Dresden v. 10.11.2014, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDD/20141110X399.pdf).
Bereits am 8. Dezember erreichte die Demonstration eine Stärke von 10.000 Menschen (Medieninformation der Polizei Dresden v. 8.12.2014, Stand 21:00 h, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDD/20141208X437.pdf).
Ein weiterer Anstieg der Teilnehmerzahl wurde am 15. Dezember mit 15.000 verzeichnet (Medieninformation der Polizei Dresden v. 15.12.2014, Stand: 21:15 h, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDD/20141215X447.pdf).
Bei der letzten Veranstaltung vor der "Weihnachtspause" am 22. Dezember standen in Dresden 17.500 Pegida-Befürwortern 4500 Gegendemonstranten gegenüber (Medieninformation der Polizei Sachsen v. 22.12.2014, Stand: 21:00 H, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2014_33591.htm).
Auch im neuen Jahr konnte Pegida noch seine Teilnehmerzahlen steigern, am 5. Januar nahmen ca. 18.000 Menschen teil, denen bei verschiedenen Protestveranstaltungen rund 8.000 Menschen gegenüberstanden.(Medieninformation der Polizeidirektion Dresden v. 5.1.2014, URL: http://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/PDD/20150105X006.pdf).
Alle  hier genannten Links der Polizei Sachsen wurden am 5.1.2015 abgerufen.6.Am 22. Dezember demonstrierten in München ca. 12.000 Menschen gegen Pegida, während deren lokaler Ableger Mügida auf 25 Personen kam. (Pressebereicht der Bayerischen Polizei vom 23.12.2014, URL: http://www.polizei.bayern.de/muenchen/news/presse/aktuell/index.html/212988).
In Bonn mobilisierte Bogida am gleichen Tag 300 Teilnehmer, die Zahl der Gegendemonstranten wurde auf 3000 beziffert. (Pressemitteilung der Polizei Bonn v. 22.12.2014, 22::55 h, URL: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/2912775/pol-bn-die-polizei-bonn-informiert-kundgebungen-und-demonstration-verliefen-ueberwiegend-friedlich).7.Politikwissenschaftler Werner Patzelt im Interview der ARD am 15.12, URL: http://www.tagesschau.de/inland/pegida-135.html, ab Min 3:43.
Ähnlich argumentiert auch der Beitrag "Fünf Gründe für Pegidas Erfolg in Dresden" von Christina Hebel und Ferdinand Otto v. 6.1.2015 auf Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-fuenf-gruende-fuer-den-erfolg-in-dresden-a-1011490.html.



04/02/2015

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