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Drei Tage Terror in Paris - Was geschah genau zwischen dem 7. und 9. Januar 2015? Der Versuch einer ersten Rekonstruktion (zeit-online)

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Gerade eine Woche ist es her, dass in Paris 17 Menschen von drei islamistischen Attentätern ermordet wurden: in der Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo, in einem koscheren Supermarkt, auf einer Straße in Montrouge und wohl auch in einem Park in Fontenay-aux-Roses. Die Ereignisse haben die ganze Welt bewegt. Viel ist darüber bekannt geworden, doch ebenso viel ist noch unklar. Zugleich verblassen die ersten Erinnerungen.    

        Dies ist der Versuch, das Geschehen vom 7. bis 9. Januar möglichst genau nachzuvollziehen. Dazu wurde die leitende Staatsanwaltschaft befragt, Mitteilungen der Behörden und Zeugenaussagen wurden ausgewertet, ebenso Aussagen der Täter selbst und Videomaterial von Augenzeugen, außerdem die umfangreiche internationale Berichterstattung. Es formt sich ein Mosaik, das noch viele Lücken enthält und sicherlich auch Fehler. Doch es zeigt zum ersten Mal ein umfassendes Bild eines Terrorangriffs, wie ihn Europa seit den Anschlägen von London und Madrid nicht mehr erlebt hat.

1 — Das Attentat        

Eigentlich sollte dieser Ort geheim bleiben. Diese stille Straße im 11. Arrondissement von Paris, diese Ansammlung von anonymen Bürogebäuden mit abblätternder Fassade, die Rue Nicolas Appert. Niemand sollte erfahren, dass hier seit dem Sommer eine Redaktion tagt, die unter Polizeischutz steht, weil sie über alles Witze macht, auch über den Islam: die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo. Die deshalb 2011 nach einem Brandanschlag umgezogen war an den Autobahnring von Paris, wo es sicherer schien. Die zuletzt wieder zentralere Räume angemietet hatte – eben jene in der Rue Nicolas Appert Nummer 10, zweiter Stock.    

        Unten an der Tür ist kein Klingelschild. Aber die neue Adresse fand ihren Weg in die Gelben Seiten von Paris. Wer mit Google Street View an dem Haus vorbeifährt, kann bis heute einen Polizeiwagen vor der Tür stehen sehen. Es ist nicht schwer, diesen Ort zu finden, der geheim bleiben sollte.    

        Der 7. Januar 2015 ist ein bewölkter Tag mit etwas Regen. Es ist 11.20 Uhr, als ein schwarzes Auto in der Straße hält, ein Citroën C3 mit verdunkelten Scheiben, fast neu, nach dem Nummernschild zu urteilen erst 2013 zugelassen. Der Wagen parkt an der Ecke zur Allee Verte. Zwei Männer steigen aus. Sie sind bewaffnet mit Kalaschnikows, einer von ihnen hält das Gewehr auf Brusthöhe wie Soldaten eines Sondereinsatzkommandos. Ihr Gesicht wird durch schwarze Sturmhauben verdeckt, am Körper tragen sie kugelsichere Westen. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft bestätigt, dass ihr Umgang mit den Waffen geübt war, ihr Vorgehen zielstrebig. Welche Waffen sie jedoch genau trugen, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

 

        Im zweiten Stock tagt schon seit etwa einer Stunde die Redaktion von Charlie Hebdo, wie jeden Mittwoch seit zehn Uhr. Ganz links am großen, eckigen Konferenztisch sitzt Stéphane Charbonnier, genannt "Charb". Neben ihm hat der Cartoonist Laurent Sourisseau Platz genommen. Auch Charbonniers Leibwächter Franck Brinsolaro sitzt im Raum, genauso wie ein Gast der Redaktion: der Journalist und Lokalpolitiker Michel Renaud. 

Der ganze Artikel auf zeit-online



18/01/2015

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