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Der Zaun - ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung

 

 Monate sind 2 Journalisten an Europas Grenzen entlanggereist.

Der Zaun

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Die Flüchtingsdebatte. Haben wir davon nicht schon genug gehört in diesem Jahr, reicht es nicht langsam? Nein, finden zwei Journalisten der SZ und beweisen dies eindrucksvoll in der sechsteiligen Reportage “Der Zaun“.

von Julia Anton

Flucht, Flüchtlinge, Flüchtlingsdebatte. Das Problem ist angekommen, weiter zum nächsten, möchte man langsam mal sagen. Und dann kommt die Süddeutsche Zeitung, präsentiert im Rahmen ihres “360° Europas Flüchtlingsdrama” die multimediale Reportage “Der Zaun” von Dietmar Telser und Benjamin Stöß. Wer zu lesen beginnt, hört erst auf, wenn es heißt “Morgen geht es weiter: …”. Und man weiß ganz genau, morgen wird man weiter lesen.

Drei Monate lang sind die beiden Journalisten an der europäischen Grenze, dem Zaun, entlang gereist. Enstanden sind dabei sechs Kapitel, geordnet nach Ländern und den verschiedenen Stationen einer Flüchtlingsreise. Multimedial aufbereitet wechseln sich Text, mit realen Hintergrundgeräuschen hinterlegte Bilder, Landkarten und kurzen Videos ab. “Kein Element sollte für sich allein stehen, alle Bereiche sollten sich ergänzen, um so gemeinsam den Sog der Geschichte zu entwickeln”, erklärt Autor Telser. Dieses Kunststück ist zweifelsfrei gelungen, die einzelnen Teile fügen sich ineinander wie ein Puzzle, wenn man im Anschluss an die Geschichte in Melilla, Spanien, eine detailgenaue Grafik des Grenzzauns anklicken kann. Oder wenn man mit der Maus über die dick gedruckten Namen fährt und ein Bild der Protagonisten zu sehen bekommt.

Dabei überlagern sich die einzelnen Elemente nie, auf eindrucksvolle Bilder folgt wieder einfacher Text. Die Sprache ist schlicht, nichts wird übertrieben ausgeschmückt und obwohl die Worte nicht anklagend sind, wird dem Leser klar: etwas muss sich ändern. Ob man den jungen Muratz auf seinem Weg nach Europa begleitet oder mal von der anderen Seite hört, den Müttern aus Sfax, die nicht wissen, ob ihre Kinder je lebend hier ankamen – die Geschichten hinterlassen eine Gänsehaut.

Zwei Stationen der Reise stehen noch aus, bis dahin kann man die vier bereits veröffentlichten auf www.der-zaun.net nachlesen oder sich durch das 360° der SZ klicken. Die Reportage kommt an, wie man in den Kommentaren nachlesen kann. “Es wäre schön, wenn der Beitrag in allen europäischen Sprachen verfügbar wäre”, wünscht sich jemand. Zu Recht.



28/12/2014
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