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Am 8. Mai 1945 sind wird befreit worden

Gedenken

Ein besonderer Ernst über dem Land

Wem hören wir zu, wenn die letzten Zeugen gestorben sein werden? Siebzig Jahre nach Kriegsende wühlt uns das Gedenken auf, Politiker suchen nach den richtigen Gesten. von 

Täuscht es, oder sind diese Tage des Gedenkens noch erschütternder, aufwühlender als bei früheren runden Jahrestagen, 1985 etwa oder 1995? Siebzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges liegt ein besonderer Ernst über dem Land. Der Bundespräsident ist bei der Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Bergen-Belsen dabei, die Bundeskanzlerin in Dachau.

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass wir die Überlebenden auf ihrem Weg zurück zu den Orten des Schreckens begleiten können. In zehn Jahren wird es nur noch eine kleine Zahl sein, die wir in unsere Mitte nehmen können. An der Gedenkveranstaltung im ehemaligen KZ-Ort Neuengamme nahe Hamburg nahmen am Montag dieser Woche noch 54 ehemalige Häftlinge teil. "Heute sind Sie hier. Sie reichen uns die Hände und wir hören Ihnen zu", sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz.

Wem hören wir in Zukunft zu? Wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sein werden, wenn die Nachgeborenen mit ihrer Trauer und auch mit ihren Fragen allein sein werden: Was wird sich dann ändern in diesem Land?

Die NS-Zeit wird ja unweigerlich, wie jede andere Epoche auch, irgendwann Geschichte sein. Aber sie wird wohl nicht, anders, als viele von uns befürchtet haben, dem Vergessen anheimfallen. Jede Generation nach 1945 hat sich, erst unwillig und oft uneinsichtig, dann immer offener und schonungsloser, den deutschen Verbrechen gestellt.

Manche der Alten legen sich in diesen Tagen noch einmal Rechenschaft ab. Martin Walser, der einst in seiner unsäglichen Paulskirchenrede von einer ihn störenden Instrumentalisierung des Holocaust geredet hatte, legt nun ein Buch vor: Unser Auschwitz. Auseinandersetzung mit der deutschen Schuld. Und in einem Gespräch mit dem Spiegel beteuert er, sich in der Auseinandersetzung mit deutscher Schuld und Schande ein Schriftstellerleben lang treu geblieben zu sein. "Es gibt da keine Verharmlosung oder Erklärung mildernder Art."

Dass Angela Merkel der Siegesparade in Moskau am 9. Mai fernbleibt, hätte für Russland eine tiefe Kränkung sein können, wäre die Bundeskanzlerin nicht auf den rettenden Gedanken gekommen, einen Tag danach mit Wladimir Putin in Moskau am Grab des Unbekannten Soldaten einen Kranz niederzulegen. Der Bundespräsident wird am 8. Mai auf einem Friedhof russischer Soldaten gedenken, die beim Kampf um Berlin gefallen sind. Eine gute, eine richtige Geste.

Es sind dies Zeichen, dass Deutschland über dem gegenwärtigen Konflikt mit der Ukraine weder das unendliche Leid vergisst, das Deutschland über die Sowjetunion gebracht hat, noch den Anteil der Roten Armee am Sieg über Hitler. "Am 8. Mai 1945 sind wird befreit worden – nicht nur, aber auch durch die Völker der Sowjetunion. Deshalb schulden wir ihnen Dankbarkeit und Respekt", sagt Joachim Gauck im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

La suite de l'article : http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-05/gedenken-zweiter-weltkrieg-gauck-russland-zeitzeugen



06/05/2015
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